Charlie, Bring Me The Request Box

Nachdem die Eröffnungsshow am Vortag eher für geladene Gäste und Pressevertreter gedacht war, begann mit der Dinner Show des 19. August das reguläre Geschäft.

Kleidungstechnisch hatte sich Elvis abermals für den Eskimo Totem Pole Suit entschieden, den er bereits am Vorabend getragen hatte. Allerdings kombinierte er den Anzug mit einem neuen Gürtel.

 

Also Sprach Zarathustra

Nach dem Ende des Vorprogramms und einer Pause wird der Showroom Internationale abgedunkelt und das Orchester beginnt mit der Einleitung, oder Sonnenaufgang  aus dem klassischen Also Sprach Zarathustra.

Dann übernimmt die Band mit einem rhythmischen Opening Riff, zu dem Elvis die Bühne betritt und sich von Charlie Hodge seine Gitarre abholt.

 

See See Rider

Obwohl sich Elvis ernsthaft um Dynamik bemüht, klingt der Show Opener heute kurzatmig und vergleichsweise kraftlos.

Die Band gibt allerdings Vollgas, wohl auch um ein wenig über die Performance des Hauptakteurs hinwegzutäuschen.

 

I Got A Woman / Amen

Jetzt spielt der King mit dem Wort well  herum und macht dabei ein paar lustige Bemerkungen.

Dabei hängt er seinen Daumen lässig in die Ketten seines Gürtels, was allerdings das Material überfordert. Nach einigen Kommentaren steigt Elvis in den Ray Charles-Hit I Got A Woman  ein.

Der Vortrag ist ordentlich, im Anschluss folgt auch heute wieder ein längeres Segment des Gospels Amen, eine Auswahl der berühmt-berüchtigten Bewegungen aus den 1950ern  und die Bass-Stimmen-Demonstration von JD Sumner.

 

Blue Suede Shoes

Nachdem er sich seines Instruments entledigt hat, kaspert Elvis ein wenig mit den Fans herum und nimmt Geschenke entgegen. Da sich die Gürtel-Ketten nun endgültig verabschiedet haben, verteilt er die Einzelteile kurzerhand an die Fans im Publikum.

Dann lässt sich Elvis wieder die Request Box bringen, denn auch heute wurden vor der Show wieder Liedwünsche der Fans eingesammelt.

Der erste Wunsch heißt Blue Suede Shoes, den der King auch prompt erfüllt. Wie üblich wird die Nummer kurz und knackig durchgespielt.

 

If You Love Me (Let Me Know)

Dann macht Elvis mit dem regulären Programm weiter und singt den Country-Pop If You Love Me (Let Me Know).

Der King klingt dabei sehr engagiert und hat hörbar seine Freude an dem Song.

 

It's Now Or Never

Als Nächstes kündigt Elvis seinen größten Verkaufserfolg an. Während des Elvis Summer Festival 1974  war die Nummer öfter zum Einsatz gekommen, danach hatte der King sie aber nur noch sporadisch gesungen.

Das Lied gibt Elvis Gelegenheit, seine Stimme voll auszuspielen und die Zuschauer zu beeindrucken.

 

My Boy

Jetzt zieht der King wieder einen Wunschzettel aus dem Champagner-Kühler. Diesmal handelt es sich um My Boy, seine Top20-Single vom Januar.

Im Gegensatz zum Vortag muss Elvis heute zwischendurch allerdings mehrfach lachen. Mal passiert etwas vor der Bühne, dann verhakt er sich im Text und amüsiert sich über seinen eigenen Fehler.

Weil die Ernsthaftigkeit sowieso dahin ist, wandelt er die Zeile ...I'll stay here and watch you grow  um in ...I'll stay here and watch it snow.

 

Love Me

Normalerweise hätte Elvis den Oldie nach I Got A Woman/Amen  gesungen.

Jetzt holt er den Song nach und verteilt dabei wie üblich eine Auswahl von Halstüchern an die Damen am Bühnenrand.

 

Loving You

Zunächst beschäftigt sich der King ausgiebig mit dem Publikum und macht einige Scherze. Dann bedient er sich wieder an den Wunschzetteln und erwischt eine echte Rarität.

Obwohl er Loving You  bis dato noch nie live gesungen hat, wagt er sich an die Nummer heran. Offenbar ist das Lied irgendwann einmal geprobt worden, denn die Musiker wissen recht gut Bescheid.

Elvis hat den Text nicht mehr 100%ig drauf und nuschelt sich einige Zeilen in die Koteletten. Trotzdem handhabt er den Song überraschend gut, denn er konnte sich schließlich nicht vorbereiten.

 

Suspicious Minds

Der nächste Wunsch heißt Suspicious Minds. Weil die Band gestern während der Bridge einen kleinen Fehler gemacht hat, singt Elvis an dieser Stelle heute als Gag I hope we get it right this time.

Es sollte übrigens das letzte Mal sein, dass der King dieses Lied sang.

 

Introductions

Um etwas zu Atem zu kommen, stellt Elvis jetzt erstmal seine Band vor. Dabei nimmt er sich viel Zeit und erzählt immer mal wieder kleine Geschichten und macht einige Scherze.

Natürlich spielen die Musiker auch heute wieder ihre Soli. Das Orchester muss mit der Check Berry-Nummer School Days  sogar zweimal ran, weil dem King das Gitarren-Solo so gut gefällt.

Wie am Vortag, so ruht sich Elvis auch heute wieder dabei auf einem Stuhl aus.

 

T-R-O-U-B-L-E

Bevor der King seine aktuelle Single vorträgt, stellt er noch den im Publikum sitzenden Sänger und Komponisten Neil Sedaka vor.

Den Rocker T-R-O-U-B-L-E  geht Elvis auch heute wieder kraftvoll an und beweist, dass er sich in seinem angestammten Metier nach wie vor auskennt.

 

Why Me, Lord

Nach der Action-Einlage braucht der King allerdings wieder eine Pause und lässt JD Sumner & The Stamps den Gospel Why Me, Lord  singen.

Er selbst nimmt dabei wieder auf dem Stuhl platz und beschränkt sich auf einige Zeilen des Refrains und ein paar lustige Kommentare in Richtung Mr. Sumner.

 

How Great Thou Art

Frisch ausgeruht macht er sich an How Great Thou Art, einen weiteren Gospel-Song.

Hier gibt er wieder alles und schmettert die Hymne laut und klar in den Showroom. Das Publikum ist hellauf begeistert und spendet den größten Applaus des Abends.

 

Let Me Be There

Auch bei diesem Country-Schlager legt sich Elvis voll ins Zeug und überzeugt mit einer rundum gelungenen Performance.

 

Crying In The Chapel

Jetzt ruft jemand im Publikum nach Crying In The Chapel. Obwohl das Lied bis dato noch nie live gespielt wurde, geht Elvis sofort darauf ein und fängt an zu singen.

Auch der Band ist die Ballade offenbar bekannt, irgendwann war die Nummer vermutlich mal für die Bühnenshow geprobt worden.

Und obwohl Elvis den Text nur noch rudimentär zusammenbekommt, liefert er mit seinen Jungs schlussendlich dennoch eine spontane, überraschend gelungene Fassung dieses schönen Liedes.

 

Can't Help Falling In Love

Sofort nach dieser Spontaneinlage lässt der Meister jedoch seine übliche Schlussnummer Can't Help Falling In Love  starten.

Er singt das Lied wie üblich durch, verbeugt sich ein paarmal zu den Klängen des anschließenden Closing Riff  und verschwindet hinter dem sich langsam senkenden Bühnenvorhang. 

 

weiter zur CD 3 (19.08.1975, Midnight Show)